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Lebensbedingungen
Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrimans) ist der gefährlichste und am schwierigsten zu bekämpfende Holzzerstörer in Gebäuden. Die große Gefährlichkeit des Hausschwamms resultiert aus den Besonderheiten in seinen Lebensbedingungen. Ein große Rolle spielt dabei die Tatsache, dass der Echte Hausschwamm für seine Entstehung und Ausbreitung eine wesentlich niedrigere Holzfeuchte benötigt als die anderen Gebäudepilze. Die für die Entwicklung optimale Holzfeuchte liegt zwischen 30 und 40 %. Diese verhältnismässig niedrige Holzfeuchte ist einer der Gründe für sein gegenüber anderen Holzzerstörern häufiges Auftreten. Der Echte Hausschwamm bevorzugt Nadelholz und wächst im Temperaturbereich von 3°C bis 26°C.  Dementsprechend liegen die optimalen Wachstumstemperaturen relativ niedrig, nämlich zwischen 18°C und 22°C. Das Myzel des Hausschwamms ist empfindlich gegen Temperaturen über 28°C und gegen Zugluft. Dies erklärt seine oft versteckte Lebensweise, was als Grund dafür anzusehen ist, dass sich ein Befall unentdeckt über weite Bereiche ausbreiten kann, ohne dass erste Befallszeichen sichtbar werden.

Wachstumsgeschwindigkeit
Unter optimalen Wachstumsbedingungen und bei feuchter, stagnierender Luft ist mit einem täglichen Myzelwachstum von ca. 5 mm zu rechnen. Bei zu niedrigen oder zu hohen Temperaturen wächst der Hausschwamm langsamer und bei Temperaturen von 26° C bis 28° C stellt der Pilz das Wachstum ein, ohne jedoch abzusterben. Die Letaltemperatur beträgt 40°C bei einer Einwirkungszeit von 30 Minuten bis 6 Stunden. Beim Unterschreiten der für das Wachstum erforderlichen Mindestholzfeuchte verfällt das Myzel in eine Trockenstarre ohne abzusterben und kann bei erneuter Feuchtezufuhr das Wachstum selbst nach langjähriger Trockenstarre wieder aufnehmen.

Ausbreitung
Aufgrund des hochentwickelten Oberflächenmyzels kann der Echte Hausschwamm holzfreie Stoffe aller Art meterweit überwuchern. Dabei werden Schüttungen und Mauerwerk durchwachsen und das Myzel ist oft fernab von Holz im Gebäude anzutreffen. Diese Myzelstränge können bis zu bleistiftdick werden und dienen als Leitungssystem, das den Hausschwamm selbst fernab von Holz mit Nahrungsstoffen und Feuchtigkeit versorgt, so dass er auch auf trockenes Holz übergreifen kann. Als typischer Oberflächenpilz bildet der Echte Hausschwamm ein üppiges Myzel aus, das nicht nur strangförmig sondern auch flächig, lappig oder als frisches Luftmyzel ausgebildet werden kann. Das Myzel ist leicht vom Untergrund ablösbar, junge Stränge sind feucht biegsam und zerbrechen im trockenen Zustand mit hörbarem Knacken. Fruchtkörper, die Sporen in großen Mengen produzieren, werden in Gebäuden oft ausgebildet. Auch die Fruchtkörper können verschiedene Formen annehmen und treten sowohl flächig als auch konsolförmig mit faltiger Oberfläche und verdicktem weißen Rand in Erscheinung. Ein Auskeimen dieser Sporen führt zur Ausbildung von jungem Myzel, das eine Braunfäule im Holz verursacht.

Bekämpfung
Bei nicht sorgfältig oder sachgerecht ausgeführten Bekämpfungsmassnahmen kann es durch auskeimende Sporen oder übersehene Myzelreste zu einem Wiederbefall kommen. Es empfiehlt sich daher, eine qualifizierte Spezialfirma zu Rate zu ziehen, die den Echten Hausschwamm zuverlässig identifizieren kann. Dies ist wichtig, da der Hausschwamm in der Rechtsprechung von alters her eine besondere Rolle spielt. Um im Sinne der DIN 68800/4 handeln zu können, muss eine sichere Unterscheidung des Hausschwamms von den anderen Hausschwammarten und den übrigen Gebäudezerstörern gewährleistet sein. Eine fachmännische Beratung gemäß DIN 68800/4 setzt ebenfalls die Pilzbestimmung voraus, um daraus die erforderlichen Bekämpfungsmassnahmen ableiten zu können.

Bei Fragen zum Echten Hausschwamm oder dessen Sanierung steht Ihnen in unserem Haus ein erfahrenes Servieteam zur Verfügung, um Sie zu beraten. Die Beratung ist kostenlos.